Allergologische Diagnostik

Als Allergie wird eine überschießende, krankhafte Abwehrreaktion des Immunsystems auf bestimmte, normalerweise harmlose Umweltstoffe (Allergene) bezeichnet.

Diese Definition klingt ganz einfach, die Thematik ist jedoch ausgesprochen komplex. Sehr hilfreich für Patienten sind auch die Informationen auf der Seite: Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.

Die allergischen Symptome reichen von zeitlich begrenzten, leichten Beschwerden an den Schleimhäuten von Nase und Auge (Niesen, Augenjucken) über ganzjährige Atemwegsbeschwerden (Asthma bronchiale) bis hin zum anaphylaktischen Schock mit möglicher Todesfolge (z.B. bei hochgradiger Allergisierung gegen Wespengift).

Für die Diagnose einer umgrenzten saisonalen Allergie, z.B. gegen Gräserpollen, kann bereits ein Anamnese-Gespräch ausreichend sein, die Diagnose einer Nahrungsmittelallergie erfordert jedoch in der Regel den Einsatz komplexer Testverfahren und ist ohne Speziallabor mit der Bestimmung von Allergen-Komponenten nicht mehr denkbar.

Die Diagnose einer Allergie sollte aus mehreren Untersuchungsschritten bestehen, den vier Säulen der Allergie-Diagnostik.

Dr. Ulrich Schröter Pneumologe Allergologe Trier Luxembourg

Das Arzt-Patienten-Gespräch dient als Grundlage für die weiteren Untersuchungen. Zur Abschätzung des persönlichen Allergierisikos wird u.a. erfragt, ob und welche Allergien im Familienkreis (Eltern, Geschwister, Kinder) bestehen oder in der Vergangenheit beim Patienten selbst aufgetreten sind.

Dr. Ulrich Schröter Pneumologe Allergologe Trier Luxembourg

An die Anamnese schließen sich – je nach Auslöser – verschiedene Tests (Prick-, Intrakutan-, Scratch- und/oder Reibetest) an. Dabei werden, je nach Testverfahren, Proben möglicher Auslöser auf die Haut aufgebracht, eingeritzt oder eingespritzt. Bei einer positiven Reaktion bilden sich an dieser Stelle Pusteln oder Quaddeln. Der Prick-Test wird am häufigsten angewendet. Eine Hautreaktion (kutane Sensibilisierung) darf jedoch nicht mit dem Vorhandensein einer Allergie gleichgesetzt werden (Allergisierung).

Der abschließende Baustein der Allergiediagnose ist die Nachanamnese und/oder die Provokationstestung.

Ohne diesen letzten Schritt ist keine gesicherte Aussage über das Vorliegen einer Allergie möglich. Es muss im Gespräch geklärt werden, ob der Patient während seiner Beschwerden überhaupt dem Allergieauslöser ausgesetzt gewesen ist und ob Symptome und Testergebnis zusammenpassen. Sehr wichtig ist im Praxisalltag auch die Beantwortung der Frage, ob eine versuchsweise angesetzte Therapie mit einem Antiallergikum die Symptome zumindest gelindert  hat.

Dr. Ulrich Schröter Pneumologe Allergologe Trier Luxembourg

Lassen die Testergebnisse und die Nachanamnese keine eindeutige Aussage zu, kann mit Hilfe eines Provokationstests am Ort der Beschwerden, beispielsweise an der Nasenschleimhaut, die Relevanz der vermuteten Allergieauslöser überprüft werden, es wird also die “Aktualität” eines vermuteten Allergens am “Erfolgsorgan” überprüft. Dies ist oft für eine vermutete Hausstaubmilbenallergie erforderlich, da sehr viele Patienten gegen Haustaubmilbenkot sensibilisiert, aber nicht allergisiert sind.

Allergielabor

Das allergologische Labor dient in erster Linie der Bestimmung spezifischer IgE-Antikörper im Blut (Serum), die gegen Allergieauslöser gerichtet sind.

Diese Antikörper, die in sehr niedriger Konzentration gebildet werden (Nanogramm pro Milliliter), entstehen als “fehlgeleitete” Immunreaktion des Abwehrsystems nach Allergenkontakt bei bestimmten Menschen, die dafür disponiert sind. Der labortechnisch sehr aufwändige Nachweis dieser Antikörper beweist noch nicht das Vorhandensein einer Allergie (s.o.), kann jedoch den Grad der Sensibilisierung gegen das Allergen quantitativ erfassen.

Seit 2017 arbeiten wir mit dem vollautomatisierten Phadia Laborsystem 250 (ImmunoCAP) der Firma ThermoFisher.
ImmunoCAP ist eine höchst perfektionierte Technologie, die allgemein als Goldstandard anerkannt wird.

Die Allergen-Palette enthält (Stand: Juli 2017) über 650 Allergene und 90 Allergenkomponenten, die wir tagesaktuell bestimmen können. Die Zuverlässigkeit des sensiblen Systems ist außerordentlich und liefert eine ausgezeichnete Reproduzierbarkeit der Testergebnisse, zudem steht ein weltweit praktiziertes Qualitätskontrollprogramm zur Verfügung.

Die molekulare Allergiediagnostik mit Allergenkomponenten setzt dort an, wo das konventionelle Vorgehen seine Grenzen erreicht: Sie identifiziert nicht nur die übergeordnete Allergenquelle (z.B. die Birkenpolle), sondern die für die Sensibilisierung relevanten Allergenkomponenten, einzelne Proteinmoleküle dieser Quelle, bei der Birke (Betula verrucosa) u.a. rBet v 1 als Haupt- oder Majorallergen. So kann sich die Diagnose auf wesentlich differenziertere Untersuchungsergebnisse stützen.

Allergenkomponenten sind auch wichtig für die Identifizierung von sog. Kreuzreaktionen, z.B. eine Birkenpollen assoziierte Nahrungsmittelallergie (Apfel, Erdnuss). Die Einschätzung des Schweregrades einer primären Nahrungsmittelallergie, z.B. das Vorhandensein der Erdnusskomponente Ara h 1, Ara h 2, Ara h 3 als Hinweis für zu erwartende schwere Reaktionen, gelingt ebenfalls besser. Zunehmende Bedeutung hat die molekulare Allergiediagnostik auch bei der Identifizierung der Personen, die für eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierungstherapie) gut oder eher schlecht geeignet sind (Konstellation der Major- und Minorallergene).

Kontakt

Kontakt:
Dr. med. Ulrich Schröter
Weberbach 66, 54290 Trier
Tel: +49 (0) 651 74445
Fax: +49 (0) 651 41211
kontakt@pneumologicum.eu

Sprechzeiten:
Mo – Fr: 07.30 bis 12.00 Uhr
Mo: 15.00 bis 18.00 Uhr
Do: 16.00 bis 19.00 Uhr

Die Praxis ist vormittags geöffnet bis 13.30 Uhr

Hyposensibilisierungstherapie:
Vormittags bis 11.15 Uhr
Nachmittags bis 30 Minuten
vor Ende der Sprechzeit (s.o.)

Termine nur nach Vereinbarung!